Praxisleitfaden

Wie läuft eine Inventur ab?
Der Leitfaden Schritt für Schritt – von der Vorbereitung bis zum Abschluss

Vorbereiten, zählen, Differenzen klären, korrigieren, abschließen: der vollständige Ablauf einer körperlichen Bestandsaufnahme, mit Zeitplan, Rollenverteilung, gesetzlichen Pflichten und den Fehlern, die das Ergebnis verfälschen.

Von KLS-Concept • Aktualisiert im September 2026 • 20 Min. Lesezeit

Bei einer Inventur wird alles, was sich an einem bestimmten Tag im Lager befindet, körperlich gezählt und mit dem Buchbestand verglichen. Auf dem Papier ganz einfach. In der Praxis bindet eine schlecht vorbereitete Inventur das ganze Team, stoppt den Versand und hinterlässt Differenzen, die niemand erklären kann. Gut vorbereitet folgt sie einer klaren Methode – planen, vorbereiten, einfrieren, zählen, prüfen, korrigieren, abschließen – und liefert ein verlässliches Bild des Bestands, das der Buchhaltung ebenso nützt wie den Teams im Lager. Dieser Leitfaden erklärt jeden Schritt, mit Zeitplan, Rollenverteilung, Berechnung der Differenzen und der Dauer sowie den typischen Fehlern.

Kurz gesagt

Eine Inventur läuft in 7 Schritten ab: (1) Stichtag, Umfang und Teams planen; (2) das Lager vorbereiten (aufräumen, beschriften, nicht zu zählende Ware absondern); (3) Warenbewegungen stoppen und den Buchbestand einfrieren; (4) Zone für Zone zählen, ohne die Sollmengen zu sehen; (5) mit dem Buchbestand abgleichen und größere Differenzen nachzählen; (6) Mengen freigeben und den Bestand korrigieren; (7) bewerten, archivieren und die Ursachen der Differenzen analysieren. In Deutschland verlangt § 240 HGB ein Inventar zum Schluss jedes Geschäftsjahrs. Mit einer mobilen Zähl-App zählen mehrere Teams gleichzeitig, und die Differenzen werden automatisch berechnet.

Was ist eine Inventur?

Die Inventur ist die körperliche Bestandsaufnahme: das Zählen, Messen oder Wiegen aller Artikel, die an einem bestimmten Tag tatsächlich in einem Lager, einem Geschäft oder einem Magazin vorhanden sind. Jede gezählte Menge wird anschließend bewertet, also mit einem Stückwert multipliziert. Das Ergebnis ist das Inventar, das Bestandsverzeichnis, aus dem der Wert der Vorräte in der Bilanz hervorgeht.

Nicht zu verwechseln mit der laufenden Bestandsführung: dem Buchbestand, den eine Software bei jeder Warenbewegung fortschreibt – genau diesen Buchbestand prüft die Inventur. Ebenso wenig mit einem Bestandsaudit, das über das Zählen hinausgeht: Es untersucht die Zuverlässigkeit der Abläufe, die Ursachen von Differenzen und die Einhaltung der Regeln. Zum Audit selbst lesen Sie unseren Leitfaden Wie läuft ein Bestandsaudit ab?.

Begriff Was es ist Wozu es dient
Inventur Tatsächliche Zählung der vorhandenen Mengen an einem bestimmten Tag Ist-Bestand und seinen Wert ermitteln; den Buchbestand prüfen
Laufende Bestandsführung Buchbestand, fortgeschrieben bei jedem Zu- und Abgang Den Bestand jederzeit kennen, ohne zu zählen
Bestandsaudit Prüfung der Abläufe, der Differenzen und ihrer Ursachen Die Lagerverwaltung dauerhaft zuverlässig machen

Ist die Inventur Pflicht?

Die verschiedenen Inventurverfahren

Zählungen lassen sich auf verschiedene Weise organisieren, und die Verfahren lassen sich kombinieren: Viele Unternehmen führen ihren Bestand laufend in einer Software, zählen einen Teil davon über das ganze Jahr und machen bei Bedarf eine Vollzählung zum Stichtag.

Verfahren Prinzip Wann geeignet Worauf achten
Stichtagsinventur Der gesamte Bestand wird an einem Tag gezählt, zeitnah zum Bilanzstichtag Überschaubarer Bestand, oder Buchbestand nicht zuverlässig genug für ein anderes Verfahren Bindet das ganze Team; der Betrieb steht während der Zählung still
Permanente (rollierende) Inventur Der Bestand wird über das Jahr verteilt gezählt – nach Zone, Warengruppe oder Artikelklasse Bestand wird in einer Software geführt, der Betrieb kann nicht stillstehen Jeder Artikel muss mindestens einmal im Geschäftsjahr gezählt werden; erfordert Disziplin
Laufende Bestandsführung Die Software schreibt den Buchbestand bei jedem Zu- und Abgang fort Sobald der Bestand in einer Software geführt wird Ersetzt keine Zählung: der Buchbestand muss durch körperliche Zählungen geprüft werden
Anlassbezogene Teilinventur Gezielte Zählung einer Zone oder einer Warengruppe Nach einem Diebstahl oder Schaden, vor einem Umzug, beim Wechsel des Verantwortlichen, bei hochwertigen Artikeln Bewegungen in der gezählten Zone bis zur Korrektur sperren

Für die rollierende Inventur ist die ABC-Analyse am weitesten verbreitet: A-Artikel – wenige, aber mit dem größten Wertanteil – werden häufig gezählt, etwa monatlich; B-Artikel quartalsweise; C-Artikel ein- bis zweimal im Jahr.

Die 7 Schritte einer Inventur

Ob sie den ganzen Bestand oder nur eine Zone umfasst: Eine Inventur folgt immer derselben Abfolge.

1

Die Inventur planen

Legen Sie den Stichtag (Geschäftsjahresende oder eine ruhige Phase) und die Dauer fest, den Umfang (gesamter Bestand, ein Standort, eine Zone) und den Inventurleiter, der koordiniert und Zweifelsfälle entscheidet. Schätzen Sie die Zahl der zu zählenden Positionen, um die Teams zu bemessen, planen Sie sie ein und informieren Sie Ihren Steuerberater – und den Abschlussprüfer, falls vorhanden. Informieren Sie auch Kunden, Lieferanten und Spediteure: Während der Zählung darf keine Anlieferung und kein Versand stattfinden.

💡 Machen Sie einige Tage vorher eine Probezählung in einer Zone: Sie wissen dann, wie lange eine Position dauert – und wie viele Zähler Sie brauchen.

2

Das Lager vorbereiten

Räumen Sie auf: gleiche Artikel zusammen, Lagerplätze und Produkte beschriftet, angebrochene Kartons gekennzeichnet. Listen Sie auf, was nicht gezählt werden darf – Ware im Eigentum Dritter (Kommissions- oder Konsignationsware), bereits verkaufte, noch nicht abgeholte Ware – und sondern Sie sie ab. Erfassen Sie umgekehrt, was gezählt werden muss, obwohl es nicht vor Ort ist: Bestand bei einem Lohnbearbeiter, Konsignationslager bei einem Kunden, Ware unterwegs, die Ihnen bereits gehört. Sondern Sie schließlich gesperrte, beschädigte oder abgelaufene Ware ab: Sie wird separat gezählt.

💡 Ein in nummerierte Zonen und Lagerplätze aufgeteiltes Lager verhindert Auslassungen ebenso wie Doppelzählungen. Unser Generator für Lagerplatzpläne hilft Ihnen dabei.

3

Warenbewegungen stoppen und den Buchbestand einfrieren

Erfassen Sie am Vortag alles Offene: Wareneingänge, Entnahmen, Rücksendungen, Umlagerungen. Notieren Sie zu Beginn der Zählung die Nummer des letzten erfassten Wareneingangsbelegs und des letzten Lieferscheins: Das ist die Stichtagsabgrenzung (Cut-off), mit der Ihre Buchhaltung jeden Einkauf und jeden Verkauf dem richtigen Geschäftsjahr zuordnet. Ware, die danach eingeht, wird getrennt gelagert und nicht gezählt. Sperren Sie dann die Bewegungen in den gezählten Zonen, bis die Differenzen freigegeben sind: Ein Artikel, der sich während der Zählung bewegt, erzeugt eine künstliche Differenz, die sich später nicht mehr erklären lässt.

💡 Hängen Sie die Abgrenzung (letzte Belegnummern, Datum und Uhrzeit) am Lagereingang aus: So weiß jeder, was zählt und was nicht.

4

Zone für Zone zählen

Jedes Team erhält eine Zone, und nur eine, die es in fester Reihenfolge zählt: von links nach rechts, von oben nach unten, Lagerplatz für Lagerplatz. Gezählt wird in der Lagereinheit – Stück, Liter, Kilogramm, nicht der Karton, wenn der Bestand in Stück geführt wird –; angebrochene Kartons werden geöffnet, beschädigte oder abgelaufene Artikel gesondert notiert. Idealerweise sehen die Zähler die Sollmenge nicht: Das ist die Blindzählung, die verhindert, dass eine Zahl „bestätigt“ statt gezählt wird. Ein fertiger Lagerplatz wird markiert, damit niemand ihn erneut zählt.

💡 Hochwertige Artikel werden zweimal gezählt, von zwei verschiedenen Personen.

5

Differenzen prüfen und nachzählen

Die gezählten Mengen werden Position für Position mit dem Buchbestand abgeglichen. Legen Sie eine Toleranzschwelle fest – zum Beispiel eine Abweichung von mehr als 5 % der Menge oder mehr als 50 € im Wert: Darüber wird die Position von einem anderen Team nachgezählt. Bevor Sie auf einen Verlust schließen, suchen Sie die einfachen Ursachen: falsche Einheit, Artikel in einer anderen Zone gelagert, Eingang oder Entnahme nicht erfasst, Verwechslung zweier ähnlicher Artikel.

💡 Zählen Sie nach, solange die Zone noch gesperrt ist: Sobald wieder Ware bewegt wird, lässt sich eine Differenz nicht mehr prüfen.

6

Freigeben und den Bestand korrigieren

Der Inventurleiter gibt die endgültigen Mengen frei. Danach wird der Buchbestand korrigiert: Jede anerkannte Differenz wird zu einer Korrekturbuchung, datiert, ihrem Urheber zugeordnet und idealerweise begründet (Bruch, Verfall, Erfassungsfehler, ungeklärter Schwund). Korrigieren Sie nie „stillschweigend“, indem Sie eine Menge einfach überschreiben: Ohne Spur lässt sich die Differenz im nächsten Jahr nicht erklären und bei einer Prüfung nicht belegen.

💡 Geben Sie die Zonen einzeln wieder frei, sobald jede korrigiert ist, statt auf das Ende der gesamten Inventur zu warten.

7

Bewerten, archivieren und analysieren

Die freigegebenen Mengen werden bewertet – zum gewogenen Durchschnitt oder nach Fifo –, um den Wert des Schlussbestands zu ermitteln; veraltete, beschädigte oder abgelaufene Artikel werden für eine mögliche Abwertung gemeldet. Erstellen Sie ein Inventurprotokoll: Datum, Umfang, Teams, Abgrenzung, festgestellte Differenzen und vorgenommene Korrekturen. Übergeben Sie das bewertete Inventar an die Buchhaltung, archivieren Sie Zähllisten und Exporte und analysieren Sie dann die Ursachen der Differenzen, um Maßnahmen festzulegen.

💡 Verfolgen Sie die Bestandsgenauigkeit von Inventur zu Inventur: Sie ist der beste Indikator für die Qualität Ihrer Lagerverwaltung.

Zeitplan: die Inventur von T-30 bis T+7

Eine gelungene Inventur entscheidet sich zum großen Teil vor dem Zähltag. Hier ein typischer Zeitplan, den Sie an die Größe Ihres Bestands anpassen:

Wann Aufgaben Wer
T-30 Stichtag, Umfang und Inventurleiter festlegen; Steuerberater und Abschlussprüfer informieren; Teams einplanen Geschäftsführung, Inventurleiter
T-15 Lager in Zonen aufteilen; Etiketten und Lagerplätze prüfen; Ausrüstung vorbereiten (Geräte, Ladegeräte, Netzabdeckung in den Zonen); Zähler schulen; Probezählung durchführen Inventurleiter, Logistik
T-7 Kunden, Lieferanten und Spediteure informieren; Rücksendungen und Reklamationen abschließen; aufräumen und nicht zu zählende Ware absondern Einkauf, Vertrieb, Lagerpersonal
T-1 Alle offenen Eingänge und Entnahmen erfassen; Warenbewegungen stoppen; Geräte laden und die Inventur auf jedem Gerät öffnen; Teams einweisen Lagerpersonal, Inventurleiter
Zähltag, vormittags Abgrenzung notieren (letzte Eingangs- und Lieferbelege); Zählung Zone für Zone starten; Fortschritt verfolgen Alle Teams
Zähltag, nachmittags Differenzen analysieren; oberhalb der Toleranzschwelle nachzählen; fertige Zonen freigeben Kontrolleure, Inventurleiter
T+1 bis T+3 Bestand korrigieren; bewerten; Warenbewegungen wieder freigeben Inventurleiter, Buchhaltung
T+7 Inventurprotokoll, Übergabe an die Buchhaltung, Ursachenanalyse, Maßnahmenplan Inventurleiter, Geschäftsführung

Wer macht was bei der Inventur?

Klare Rollen verhindern Doppelzählungen, vergessene Zonen und unkontrollierte Korrekturen:

Rolle Aufgaben
Inventurleiter Plant, teilt die Zonen ein, schult die Teams, verfolgt den Fortschritt, entscheidet Zweifelsfälle und gibt Differenzen frei.
Zähler Zählen ihre Zone in der vorgesehenen Reihenfolge und in der Lagereinheit und melden Auffälligkeiten (Bruch, Verfall, Artikel ohne Etikett).
Kontrolleure Zählen Positionen mit Differenzen oberhalb der Schwelle sowie einige Stichproben nach; sie prüfen nie eine Zone, die sie selbst gezählt haben.
Buchhaltung, Steuerberater Legt die Abgrenzung fest, bewertet den Bestand, bucht die Abschlussbuchungen und etwaige Abwertungen.
Abschlussprüfer (falls vorhanden) Beobachtet die Inventur, wenn die Vorräte wesentlich sind, prüft die Verfahren und kann Stichproben nachzählen.
Geschäftsführung Entscheidet über Stichtag und Mittel, gibt das Inventurprotokoll und den Maßnahmenplan frei.

Bewährte Regeln für die Zählung

Ein paar einfache Regeln machen den Unterschied zwischen einer verlässlichen Zählung und einer, die wiederholt werden muss:

Inventurdifferenzen: berechnen, verstehen, korrigieren

Eine Inventurdifferenz ist der Unterschied zwischen der gezählten Menge und dem Buchbestand. Drei Formeln genügen, um sie zu messen:

Mengendifferenz = gezählte Menge − Buchmenge

Wertdifferenz = Mengendifferenz × Stückwert (gewogener Durchschnitt oder Fifo)

Bestandsgenauigkeit = Positionen ohne Differenz ÷ gezählte Positionen × 100

Beispiel. Von 1.200 gezählten Positionen stimmen 1.116: Die Bestandsgenauigkeit beträgt 1.116 ÷ 1.200 = 93 %. Unter den 84 Positionen mit Differenz ist eine M6-Schraube mit 1.200 Stück im Buchbestand, gezählt werden aber nur 1.150: Die Differenz beträgt −50 Stück, also −4 € bei 0,08 € pro Stück. Analysieren Sie Differenzen immer nach Menge und Wert: 50 fehlende Schrauben wiegen weniger als ein einziger fehlender Motor.

Setzen Sie sich ein Genauigkeitsziel – zum Beispiel 95 % – und verfolgen Sie es von Inventur zu Inventur: Seine Entwicklung zeigt, wie wirksam Ihre Korrekturmaßnahmen sind.

Die häufigsten Ursachen und woran Sie sie erkennen:

Ursache Was man feststellt Wie man sie vermeidet
Wareneingang nicht erfasst Überbestand bei kürzlich gelieferten Artikeln Jeden Eingang am selben Tag erfassen, am besten per Scan
Entnahme nicht erfasst Fehlmenge bei verbrauchten oder versandten Artikeln Keine Entnahme ohne Beleg oder Scan; Selbstbedienung begrenzen
Falsche Einheit Differenz um ein rundes Vielfaches (×6, ×10, ×12) Lagereinheit auf Zähllisten und Bildschirm anzeigen; Zähler schulen
Artikel falsch eingelagert Fehlmenge in einer Zone, Überbestand desselben Artikels in einer anderen Lagerplätze beschriften; Differenzen zonenübergreifend abgleichen, bevor korrigiert wird
Artikelverwechslung Fehlmenge bei einem Artikel, Überbestand bei einem ähnlichen (Größe, Farbe, Variante) Den Barcode scannen, statt eine Bezeichnung zu lesen
Nicht gemeldeter Bruch oder Verfall Fehlmenge, beschädigte Artikel im Ausschuss wiedergefunden Jeden Bruch und jeden Verfall als begründete Entnahme erfassen
Doppelzählung oder vergessene Zone Unerklärlicher Überbestand oder Fehlmenge in einer ganzen Zone Eine Zone pro Team, Lagerplätze markieren, Fortschritt verfolgen
Diebstahl oder ungeklärter Schwund Wiederholte Fehlmengen bei denselben, oft kleinen und teuren Artikeln Zugang zum Lager kontrollieren; diese Artikel häufiger zählen

Goldene Regel: Eine Differenz wird erst korrigiert, wenn ihre Ursache gesucht wurde. Eine ohne Erklärung korrigierte Differenz kehrt bei der nächsten Inventur zurück.

Wie lange dauert eine Inventur?

Die Dauer hängt von drei Faktoren ab: der Zahl der zu zählenden Positionen (eine Position = ein Artikel auf einem Lagerplatz), der durchschnittlichen Zeit pro Position und der Zahl der Zähler. Eine Formel genügt für die Schätzung:

Zähldauer ≈ Zahl der Positionen × Zeit pro Position ÷ Zahl der Zähler, zuzüglich Vorbereitung und Nachzählungen

Rechenbeispiel für 2.000 Positionen und 4 Zähler – Annahmen, die Sie durch eigene Zeitmessungen ersetzen:

Methode Zeit pro Position (Annahme) Zählung Nacherfassung
Papier-Zähllisten 45 s: Position finden, zählen, notieren 2.000 × 45 s ÷ 4 ≈ 6 Std. 15 Min. 2.000 × 10 s ≈ 5 Std. 30 Min. für eine Person
Scannen mit einer mobilen App 15 s: scannen, zählen, bestätigen 2.000 × 15 s ÷ 4 ≈ 2 Std. 05 Min. Keine: Die Zählungen landen direkt in der Software

Hinzu kommen die Vorbereitung – oft ein bis zwei Tage, verteilt auf die Wochen davor – und die Nachzählungen. Messen Sie 20 Positionen in einer Probezone: So planen Sie am sichersten.

Die Fehler, die eine Inventur verfälschen

Acht Fehler finden sich in den meisten misslungenen Inventuren:

Inventur-Checkliste

Zum Ausdrucken oder Griffbereit-Halten, Schritt für Schritt:

Vorher

  • Stichtag, Umfang und Inventurleiter festgelegt
  • Steuerberater (und Abschlussprüfer) informiert
  • Lager in Zonen aufgeteilt, Lagerplätze beschriftet
  • Fremdware abgesondert, Bestand außer Haus erfasst
  • Offene Eingänge und Entnahmen erfasst
  • Geräte geladen, Inventur auf jedem Gerät geöffnet, Teams geschult

Während

  • Abgrenzung notiert (letzte Eingangs- und Lieferbelege)
  • Bewegungen in den gezählten Zonen gestoppt
  • Eine Zone pro Team, in fester Reihenfolge
  • Gezählte Lagerplätze markiert, leere Lagerplätze notiert
  • Auffälligkeiten (Bruch, Verfall, ohne Etikett) gesondert notiert

Nachher

  • Differenzen oberhalb der Schwelle nachgezählt
  • Ursachen vor jeder Korrektur gesucht
  • Bestand durch nachvollziehbare Buchungen korrigiert
  • Bestand bewertet, Inventurprotokoll erstellt und an die Buchhaltung übergeben
  • Unterlagen archiviert, Maßnahmenplan beschlossen

Papier, Tabelle, Handscanner oder mobile App: Welches Werkzeug wählen?

Das richtige Werkzeug hängt von der Zahl der Artikel, der Größe des Teams und dem Bedarf an Nachvollziehbarkeit ab:

Werkzeug Vorteile Grenzen
Papier-Zähllisten Keine Ausrüstung, sofort einsetzbar Langsam, Nacherfassung nötig, Lesefehler, keine Live-Übersicht
Tabellenkalkulation Vertrautes Werkzeug, Differenzen berechenbar Eine Datei für alle, kursierende Versionen, Nacherfassung aus dem Lager, keine Nachvollziehbarkeit
Handscanner am Computer Schnelles, zuverlässiges Barcode-Lesen Mobilität durch Kabel oder Reichweite begrenzt; eine Software zur Auswertung ist trotzdem nötig
Mobile Zähl-App, integriert in die Lagersoftware Mehrere Zähler gleichzeitig, Scan mit Smartphone, Tablet oder MDE, automatische Differenzen, keine Nacherfassung Setzt voraus, dass der Bestand in der Software geführt wird

Genau diesen Ansatz bietet die in GSE-Web integrierte Inventur, die wir im Folgenden vorstellen.

Die in GSE-Web integrierte Inventur: im Team zählen mit Smartphone, Tablet und MDE

In GSE-Web ist die Inventur keine separate Datei: Sie findet in der Software statt, die Ihren Bestand bereits führt. Die Zählungen landen direkt in der Inventur, ohne Export und ohne Nacherfassung, und jede Korrektur wird in der Bestandshistorie festgehalten.

Zwei Personen machen Inventur in einem Geschäft, die eine mit einem Smartphone, die andere mit einem Tablet

Alle zählen gleichzeitig

Jeder Zähler scannt mit seinem eigenen Gerät; alle Zählungen fließen in dieselbe Inventur, jede mit Urheber und Uhrzeit.

Smartphone, Tablet oder MDE

Scan mit der Kamera von Smartphone oder Tablet, sogar direkt im Browser, oder im „Pistolenmodus“ mit MDE-Geräten und USB- oder Bluetooth-Handscannern, die auf Tastaturemulation eingestellt sind.

Live-Überwachung

Eine Übersicht, die sich alle 30 Sekunden aktualisiert, zeigt die Scans pro Person und pro Lagerplatz sowie die aktiven Zähler. Sie meldet unbekannte Codes und Produkte, die von zwei verschiedenen Zählern gescannt wurden – so fällt eine Doppelzählung auf.

Ein Recht „nur zählen“

Aushilfen oder Zeitarbeitskräfte können scannen und ihre Zählungen senden, ohne eine Inventur anlegen, ändern, korrigieren oder abschließen zu können. Das setzt der Server durch, nicht nur die Oberfläche.

Automatisch berechnete Differenzen

Jede Position wird eingestuft: korrekt, anzupassen, nicht gefunden (im Bestand, aber nicht gezählt) oder unbekannt (Code nicht im Katalog). Die Differenzen lassen sich filtern, um direkt zum Wesentlichen zu kommen.

Nachvollziehbare Korrekturen

„An Ist-Bestand anpassen“ erzeugt datierte, zugeordnete Korrekturbuchungen in einer Historie, die nie umgeschrieben wird. „An System anpassen“ behält die Systemmenge bei, wenn die Zählung falsch war.

Rollierende Inventur nach Zonen

Geben Sie jeder Zone einen Zählrhythmus: GSE-Web zeigt, welche Zonen aktuell, bald fällig oder überfällig sind, und startet die Zählung mit einem Klick.

Auch ohne Netz

Auf Smartphone und Tablet bleiben die Scans auf dem Gerät, wenn das Netz hinten im Lager abbricht, und werden gesendet, sobald die Verbindung zurück ist. Eine abgelehnte Übertragung wird an das Team weitergeleitet, statt verloren zu gehen.

Excel-Exporte

Zählliste pro Lagerplatz für eine Zone ohne Gerät, Übersicht der Überbestände, Fehlmengen, nicht gescannten und unbekannten Artikel mit ihrem Wert zum Nettopreis sowie ein Export der Analyse für die Buchhaltung.

Eine Inventur in GSE-Web, in 5 Schritten

  1. Der Verantwortliche legt die Inventur an, für ein ganzes Lager oder eine einzelne Zone.
  2. Jeder Zähler öffnet sie auf seinem Gerät, wählt den Lagerplatz, den er zählt, und scannt.
  3. Der Verantwortliche verfolgt den Fortschritt in der Überwachungsansicht.
  4. Er setzt die Inventur auf „In Analyse“: Die Differenzen werden aufgelistet und können geprüft werden.
  5. Er korrigiert den Bestand, schließt die Inventur ab und exportiert die Übersicht.

Die Inventur ist ab dem Tarif PRO enthalten (199 € zzgl. MwSt. pro Jahr, 1 Nutzer). Um im Team zu zählen, hat jeder Zähler ein eigenes Konto: Tarif TEAM (500 € zzgl. MwSt. pro Jahr, 5 Nutzer inklusive, bis zu 10) oder ENTERPRISE (bis zu 50 Nutzer). Preise ansehen

Häufige Fragen zur Inventur

Wie läuft eine Jahresinventur ab?

Sie wird über etwa einen Monat vorbereitet: Stichtag festlegen, meist das Geschäftsjahresende, Lager in Zonen aufteilen, Teams schulen, alle offenen Bewegungen erfassen. Am Zähltag wird die Abgrenzung notiert (letzte Eingangs- und Lieferbelege), die Bewegungen werden gestoppt, und jedes Team zählt seine Zone. Größere Differenzen werden nachgezählt, danach wird der Bestand korrigiert, bewertet und an die Buchhaltung übergeben.

Was ist der Unterschied zwischen einer Inventur und einem Bestandsaudit?

Die Inventur zählt und bewertet den Bestand an einem bestimmten Tag. Ein Bestandsaudit geht weiter: Es untersucht die Zuverlässigkeit der Abläufe, die Ursachen von Differenzen und die Einhaltung der Regeln. Die Inventur ist einer der Schritte eines Audits: siehe unseren Leitfaden Wie läuft ein Bestandsaudit ab?

Ist die Inventur jedes Jahr Pflicht?

Ja, für Kaufleute: § 240 HGB verlangt ein Inventar zum Schluss jedes Geschäftsjahrs, und das Geschäftsjahr darf zwölf Monate nicht überschreiten. § 241 HGB erlaubt jedoch Vereinfachungen: Stichprobeninventur, permanente Inventur mit zuverlässiger Lagerbuchführung, bei der jeder Artikel mindestens einmal im Geschäftsjahr gezählt wird, sowie die vor- oder nachverlegte Inventur.

Darf man während der Inventur weiter verkaufen oder versenden?

In den Zonen, die gerade gezählt werden, ist davon abzuraten: Ein Artikel, der während der Zählung ein- oder ausgeht, verfälscht die Differenz. Am sichersten ist es, die Bewegungen in der gezählten Zone bis zur Korrektur zu stoppen. Mit der rollierenden Inventur sperren Sie jeweils nur eine Zone, während der Rest des Lagers weiterarbeitet.

Was ist eine Blindzählung?

Eine Zählung, bei der die zählende Person die Sollmenge nicht sieht. Sie notiert, was sie tatsächlich vorfindet, statt eine Zahl zu prüfen, die sie vor Augen hat. Das dauert länger, ist aber deutlich zuverlässiger: Es ist der beste Schutz vor Differenzen, die sonst verborgen bleiben.

Was ist eine permanente oder rollierende Inventur?

Eine über das Jahr verteilte Inventur: Ein Teil des Bestands – eine Zone, eine Warengruppe, die hochwertigen Artikel – wird in regelmäßigen Abständen gezählt, sodass jeder Artikel mindestens einmal im Geschäftsjahr gezählt wird. Sie vermeidet den jährlichen Stillstand und deckt Differenzen früher auf. Sie setzt einen laufend in einer Software geführten Buchbestand voraus.

Wie lange dauert eine Inventur?

Rechnen Sie: Zahl der Positionen × durchschnittliche Zeit pro Position ÷ Zahl der Zähler, zuzüglich Vorbereitung und Nachzählungen. Beispiel: 2.000 Positionen mit 45 Sekunden pro Position auf Papier und 4 Zählern ergeben gut 6 Stunden Zählung, ohne Nacherfassung; per Scan, mit 15 Sekunden pro Position, gut 2 Stunden. Messen Sie eine Probezone, um die Schätzung zu verfeinern.

Wie zählt man im Team, ohne doppelt zu zählen?

Weisen Sie jedem Team eine Zone zu, lassen Sie sie in fester Reihenfolge zählen und markieren Sie jeden fertigen Lagerplatz. Eine gemeinsame Zähl-App hilft zusätzlich: In GSE-Web wird jeder Scan seinem Urheber zugeordnet, und die Überwachungsansicht meldet jedes Produkt, das von zwei verschiedenen Zählern gescannt wurde.

Kann man eine Inventur mit dem Smartphone oder einem MDE-Gerät machen?

Ja. Eine Zähl-App liest Barcodes mit der Kamera eines Smartphones oder Tablets oder mit dem eingebauten Scanner eines MDE-Geräts. GSE-Web unterstützt beides: die Kamera, auch direkt im Browser, und den „Pistolenmodus“ für MDE-Geräte und Handscanner mit Tastaturemulation. Auf Smartphone und Tablet geht die Zählung auch weiter, wenn das Netz abbricht.

Was tun bei einer Inventurdifferenz?

Zuerst nachzählen, durch eine andere Person. Dann die einfachen Ursachen suchen: falsche Einheit, Artikel an anderer Stelle gelagert, Eingang oder Entnahme nicht erfasst, Verwechslung zweier Artikel. Erst danach den Bestand mit einer datierten, begründeten Buchung korrigieren und die Ursache festhalten: Nur so verbessern Sie den Ablauf und nicht nur die Zahl.

Mit GSE-Web im Team Inventur machen

Gleichzeitiges Zählen mit Smartphone, Tablet und MDE, Live-Überwachung, automatisch berechnete Differenzen und nachvollziehbare Korrekturen: Die Inventur findet in der Software statt, die Ihren Bestand führt.

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