Kostenlose Ressource · Lagerlogistik

Eine Lagerplatz-Adressierung aufbauen,
die nicht zerbricht

Gassen, Felder, Ebenen, Positionen: die Methode, um jeden Lagerplatz zu benennen — unter Berücksichtigung von Gewicht und Sperrigkeit der Artikel. Mit einem Generator, der Ihr komplettes Nummernschema erzeugt und als CSV exportiert.

Von Einsteigern bis Profis Generator inklusive CSV-Export und Druckversion

Der Leitfaden druckt ohne Navigation und ohne Schaltflächen.

Wozu eine Lagerplatzadresse dient

Eine Lagerplatzadresse ist eine Koordinate: sie beschreibt einen Punkt im Raum, niemals das, was dort liegt. Richtig aufgebaut, lässt sie sich jahrelang lesen, sortieren und scannen, ohne je geändert zu werden.

Ohne Adressierung steckt der Lagerort der Artikel in den Köpfen der Altgedienten. Der Neue sucht, die Aushilfe ruft an, die Freitagsvertretung greift in die falsche Gasse. Wege und Suchzeiten sind die schwersten Posten in der Kommissionierung — und genau die beiden, die eine gute Adressierung senkt.

Die Adressierung ist außerdem die Grundlage für alles Weitere. Eine rollierende Inventur setzt voraus, dass Sie zonenweise zählen können. Eine FIFO- oder FEFO-Entnahme setzt voraus, dass Sie wissen, welche Charge vorne steht. Rückverfolgbarkeit setzt voraus, dass Sie sagen können, wo die Ware war. Keines dieser drei Vorhaben trägt ohne benannte Lagerplätze.

Der Test mit einer einzigen Frage

Nehmen Sie einen Artikel nach Zufall und bitten Sie jemanden, der gestern nicht da war, ihn ohne Hilfe zu holen. Klappt es beim ersten Versuch, funktioniert Ihre Adressierung. Wenn nicht, ist dieser Leitfaden für Sie.

Die sieben Stufen einer Adresse

Von der größten zur feinsten Einheit. Sie brauchen nicht alle sieben: behalten Sie nur die, die tatsächlich eine Entscheidung auslösen.

Die Reihenfolge ist immer dieselbe, vom größten zum kleinsten Behälter: Standort, Zone, Gasse, Feld, Ebene, Position, Tiefe.

Segment Übliche Codierung Was es bezeichnet und welcher Fehler zu vermeiden ist
Standort LYO, ST1 Das Gebäude oder die Betriebsstätte. Nur codieren, wenn Sie wirklich mehrere Standorte betreiben und Adressen zwischen ihnen ausgetauscht werden. Klassischer Fehler: ihn „für alle Fälle“ aufnehmen und dadurch jedes Etikett unnötig verlängern.
Zone KOM, RES, KHL Ein funktionaler Teilbereich: Kommissionierung, Reserve, Kühlbereich, Sperrlager, Rampe. Dieses Segment trägt die Randbedingungen (Temperatur, Sicherung, Gefahrstoffe). Klassischer Fehler: funktionale Zone und Artikelfamilie verwechseln.
Gasse A, B, C oder 01, 02 Der Verkehrsweg, nicht das Regal. Eine Gasse bedient zwei Regalfronten, je eine auf jeder Seite. Klassischer Fehler: die Regale statt der Gassen benennen — das verdoppelt die Zahl der Kennungen, die man sich merken muss.
Feld 01 bis 60 Der Regalabschnitt zwischen zwei Ständerrahmen, entlang der Gasse. Es ist die Wegeeinheit: man geht von Feld zu Feld. Klassischer Fehler: Felder ohne Rücksicht auf die Laufrichtung nummerieren.
Ebene A, B, C, D Die Höhe, vom Boden nach oben. Mit Buchstaben codieren, damit sie nie mit der numerischen Feldnummer verwechselt wird. Klassischer Fehler: von oben nach unten beginnen — das macht jedes Layout unlesbar.
Position 1, 2, 3 Ein Fach nimmt häufig zwei oder drei Ladeeinheiten nebeneinander auf: die Position sagt, welche. Unverzichtbar, sobald Sie FIFO auf Kartonebene oder chargengenaue Führung wollen. Klassischer Fehler: sie weglassen und später feststellen, dass niemand weiß, welche Palette zu nehmen ist.
Tiefe 1, 2 Nur für doppeltiefe Lagerung, Einfahrregale oder Durchlauflagerung: die vordere und die hintere Ladeeinheit. Klassischer Fehler: sie im einfachtiefen Regal verwenden, wo sie nichts bedeutet.

Ein sauber geführtes Schema mit drei Segmenten ist besser als ein nachlässiges mit sieben. Fangen Sie kurz an und ergänzen Sie ein Segment an dem Tag, an dem sein Fehlen Sie wirklich etwas kostet.

Die 8 goldenen Regeln der Benennung

Jede dieser Regeln geht auf einen Fehler zurück, der mit einer vollständigen Neuetikettierung bezahlt wird. Vorher kosten sie nichts, nachher alles.

1

Immer dieselbe Länge, führende Nullen inklusive

Schreiben Sie 01, nicht 1. Eine Nummerierung mit wechselnder Länge ist die Hauptursache für eine unsinnige Kommissionierroute.

So

A-01-B · A-02-B · A-10-B

Nicht so

A-1-B · A-2-B · A-10-B

Warum — Sortiert wird alphanumerisch, Zeichen für Zeichen: „A-10“ kommt vor „A-2“, weil „1“ vor „2“ steht. Ihr Kommissionierer läuft dann bei jedem Auftrag wieder an das andere Ende der Gasse.

2

Ein einziges Trennzeichen — oder gar keines

Wählen Sie den Bindestrich und ändern Sie ihn nie mehr. Sind alle Längen fest, können Sie sogar darauf verzichten. Aber niemals ein Leerzeichen.

So

A-01-B-1 oder A01B1

Nicht so

A 01/B.1

Warum — Ein Leerzeichen zerstört CSV-Importe, Barcodes und URLs. Und jede Variante erzeugt ein unsichtbares Duplikat: „A-01-B“ und „A 01 B“ sind für die Maschine zwei verschiedene Lagerplätze, für Sie nur einer.

3

Verwechselbare Zeichen verbannen

Lassen Sie I, O und Q aus Ihren Buchstaben heraus. Auf einem abgenutzten Etikett oder aus der Entfernung werden daraus 1 und 0. Achten Sie auch auf die Paare S/5, B/8 und Z/2.

So

Ebenen A, B, C, D, E, F, G, H, J, K

Nicht so

Ebenen A, B, C… I, O, Q

Warum — Ein Staplerfahrer, der „O-01“ statt „0-01“ liest, entnimmt an der falschen Stelle — und die Abweichung fällt erst bei der nächsten Inventur auf.

4

Großbuchstaben, keine Umlaute, keine Sonderzeichen

Eine Adresse muss Barcode, CSV-Datei, URL und E-Mail unbeschadet überstehen.

So

RES-A-01-B

Nicht so

Reserve Nr.1 – Ebene Ü

Warum — Die Zeichensätze Code 39 und Code 128 codieren keine Umlaute, und ein falsch codierter CSV-Import verstümmelt sie. Auffallen wird es an dem Tag, an dem Sie das System wechseln.

5

Die Adresse beschreibt den Ort, niemals den Inhalt

Benennen Sie einen Lagerplatz nie nach dem Artikel, der Familie oder dem Lieferanten, der ihn heute belegt.

So

A-04-C-2

Nicht so

M8-SCHRAUBEN · REGAL-MEIER

Warum — Der Artikel wird umgelagert, der Lieferant ersetzt, die Familie neu geordnet. Die Adresse muss all das überleben. Eine Adresse, die vom Inhalt spricht, ist eine Adresse zum Neuetikettieren.

6

Unter etwa einem Dutzend Zeichen bleiben

Jedes Zeichen verbreitert den Barcode und verkleinert die Schriftgröße, die aus der Entfernung noch lesbar ist.

So

A-02-C-1 — 8 Zeichen

Nicht so

STANDORT1-ZONE-RESERVE-GASSE02-FELD05-EB3 — 41 Zeichen

Warum — Ein Code-128-Barcode wächst mit der Zahl der codierten Zeichen. Auf einem Fachetikett, das aus mehreren Metern Höhe vom Stapler gelesen wird, wird die Länge zur echten Ursache von Lesefehlern.

7

In Laufrichtung nummerieren

Ungerade auf der einen, gerade auf der anderen Seite, wie Hausnummern. Und die Nummerierung in Laufrichtung fortsetzen, statt ohne Logik wieder bei 01 zu beginnen.

So

Felder 01, 03, 05 links · 02, 04, 06 rechts

Nicht so

Nummerierung, die in jeder Gasse wieder bei 01 startet, gegen die Laufrichtung

Warum — Die Kommissionierroute entsteht durch Sortieren der Positionen nach Adresse. Folgt die Adressreihenfolge nicht dem tatsächlichen Weg, erzwingt jeder Auftrag Wege hin und zurück, die niemand mehr aufholt.

8

Platz für morgen reservieren

Lassen Sie am Ende jeder Gasse Nummern frei und halten Sie mindestens einen Zonenbuchstaben unbenutzt.

So

Gassen A, B, C in Betrieb · D und E für die Erweiterung reserviert

Nicht so

Alle Buchstaben verbraucht, und die neue Gasse heißt A-BIS

Warum — Ein erschöpftes Schema erzeugt Notlösungen — „A-BIS“, „01A“, „2.1“ — die die Sortierung zerstören und in jedem Ihrer Exporte eine Ausnahme erzwingen. Ein Lager umzubenennen bedeutet: neu etikettieren, neu importieren und erneut Inventur machen.

Drei Formate, passend zu Ihrem Lager

Es gibt kein universelles Format. Es gibt ein Format, das zu dem passt, was Sie tatsächlich entscheiden müssen.

Codieren Sie ein Segment nur, wenn es eine Entscheidung verändert. Haben Sie nur einen Standort, gehört der Standort nicht in die Adresse: Ihr System weiß bereits, wo es ist.

Kurz

Struktur

GASSE-FELD-EBENE

A-01-B

Einige hundert Lagerplätze, ein einziges Lager

+ Kurz, merkbar, fehlerfrei am Telefon diktierbar, sehr gut lesbares Etikett.

− Unterscheidet weder zwei Ladeeinheiten im selben Fach noch zwei Zonen.

Wann wählen: Kleinstbetrieb, Werkstatt, Ladenlager, Lager mit einer einzigen Zone.

Standard

Struktur

GASSE-FELD-EBENE-POSITION

A-02-C-1

Mehrere Tausend Lagerplätze

+ Bezeichnet eine genaue Ladeeinheit: ausreichend für Kartonkommissionierung und für belastbare Chargenführung.

− Ein Segment mehr zum Eingeben, Etikettieren und Prüfen.

Wann wählen: KMU, deren Fächer zwei oder drei Ladeeinheiten nebeneinander aufnehmen.

Vollständig

Struktur

STANDORT-ZONE-GASSE-FELD-EBENE-POSITION

LYO-KOM-A02-05-C-1

Mehrere Standorte und Zonen, praktisch unbegrenzt

+ Eine Adresse ist im gesamten Unternehmen eindeutig, auch von einem Lager zum anderen.

− Lang: jedes unnötige Segment bezahlt man auf jedem Etikett und bei jeder Eingabe.

Wann wählen: Mehrere Standorte, temperaturgeführte Zonen, strikte Trennung von Kommissionierung und Reserve.

Im Zweifel nehmen Sie das Standardformat. Es deckt die große Mehrheit der KMU-Lager ab und lässt Raum für den Rest: die Zone kann im Lagerplatzstamm stehen statt in der Adresse.

Gewicht und Dimensionierung: was die Höhe bestimmt

Die Adresse sagt nicht nur, wo. Die Ebene sagt, in welcher Höhe — und damit mit welchem Gerät und welchem Kraftaufwand.

Das Gewicht bestimmt die Höhe, die Sperrigkeit bestimmt die Fachbreite. Schweres nach unten, das am häufigsten Entnommene in Greifhöhe, Leichtes nach oben.

Schweres nach unten, häufig Entnommenes in Greifhöhe

Das ist die ertragreichste Regel des ganzen Adressierungsplans, und sie kostet nichts: man muss sie nur vor dem Etikettieren festlegen.

Obere Ebenen — leichte, langsamdrehende Artikel oder ganze Reservepaletten, die mit dem Stapler geholt werden. Niemals häufige manuelle Entnahme in der Höhe.

Mittlere Ebenen — die bequeme Greifzone zwischen Oberschenkelmitte und Schulter. Hierhin gehören Ihre gefragtesten Artikel: kein Bücken, keine Arme über Schulterhöhe.

Bodenebene — schwere, sperrige und schnelldrehende Ladeeinheiten. Sie werden ohne Hubgerät und mit möglichst geringem Hebeaufwand entnommen.

Die Richtwerte zur Lastenhandhabung

Französische Norm NF X35-109 (auf Basis einer CNAMTS-Empfehlung): 15 kg gilt als für die meisten Beschäftigten akzeptabler Wert, 25 kg als maximal zulässiger Wert unter Bedingungen, bei einem kumulierten Tagesgewicht von höchstens 7,5 Tonnen je Person über 8 Stunden. Seit der Revision 2009 unterscheidet dieser Schwellenwert nicht mehr zwischen Männern und Frauen.

Französisches Arbeitsgesetzbuch, Artikel R4541-9 (verbindlich): über 55 kg ist das gewohnheitsmäßige Tragen einer Last nur zulässig, wenn der Betriebsarzt die Eignung festgestellt hat, und niemals über 105 kg. Der Artikel legt außerdem nach Geschlecht unterschiedliche Grenzen fest.

Dies sind französische Richtwerte zur manuellen Lastenhandhabung. In Deutschland und Österreich gelten die Lastenhandhabungsverordnung, die Leitmerkmalmethode der BAuA sowie die Normenreihe ISO 11228 / EN 1005-2 — prüfen Sie die für Sie gültigen Regeln. In jedem Fall ersetzen diese Werte nicht Ihre eigene Gefährdungsbeurteilung. Lassen Sie einen auf Gewichtskriterien beruhenden Adressierungsplan von Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit prüfen.

Das Fach nach der Ladeeinheit dimensionieren, nicht umgekehrt

Ein zu knappes Fach behindert die Handhabung, ein zu breites verschwendet bezahltes Volumen. Die beiden folgenden Formeln decken nahezu alle Fälle ab.

Fachhöhe

Fachhöhe = Höhe der Ladeeinheit + 100 mm Sicherheitsabstand + Traversenhöhe
→ anschließend auf das Lochraster des Ständerrahmens (75 mm) aufrunden

Der senkrechte Abstand zwischen der Oberkante der Ladeeinheit und der darüberliegenden Traverse muss mindestens 75 mm betragen: nur so lässt sich die Palette ein- und auslagern, ohne anzustoßen.

Lichte Feldbreite

lichte Breite = Summe der Breiten der Ladeeinheiten
            + 100 mm zwischen zwei benachbarten Einheiten
            + 75 mm auf jeder Seite zum Ständer

Durchgerechnetes Beispiel

2 Europaletten nebeneinander, Aufnahme über die 800-mm-Seite:
800 + 800 + 100 + 75 + 75 = 1.850 mm lichte Breite

Die wichtigsten Formate

EUR / EPAL 800 × 1.200 mm · Halbpalette 600 × 800 mm · ISO-Palette 1.000 × 1.200 mm. Die Aufnahmerichtung, über 800 oder über 1.200 mm, verändert die Fachtiefe: entscheiden Sie sie vor dem Layout, denn sie bestimmt auch die Gassenbreite, die Ihre Geräte brauchen.

Die zulässige Belastung ist nicht verhandelbar

Ein Adressierungsplan, der Schweres nach unten legt, ersetzt nicht die Prüfung, was jedes Fach und jeder Ständerrahmen tatsächlich aufnehmen darf.

Das Belastungsschild

Die europäische Norm EN 15635 regelt den Inhalt des Belastungsschilds: die geometrischen Kenndaten des Regals und die je Lagerebene nicht zu überschreitenden Höchstlasten. Ohne lesbares Schild weiß niemand im Lager, was das Fach aufnehmen darf — und niemandem kann man es vorwerfen.

Die drei vorgesehenen Prüfstufen

1

Unverzügliche Meldung jedes festgestellten Anpralls, jeder Verformung und jeder Auffälligkeit.

2

Wöchentliche Sichtprüfung durch den Betreiber.

3

Prüfung durch eine befähigte Person mindestens alle 12 Monate, dokumentiert in einem schriftlichen Bericht mit priorisiertem Maßnahmenplan.

Zwei oder drei Fachtypen, nicht nur einen

Dimensionieren Sie nicht alle Fächer gleich. Zwei oder drei Typen — klein, mittel, groß — die den Großteil Ihrer Artikel abdecken, kosten weniger als ein einheitliches Regal, in dem ein großer Teil des Volumens leer bleibt. Den Fachtyp hinterlegen Sie allerdings im Lagerplatzstamm, nicht in der Adresse: der Typ kann sich ändern, die Adresse darf es nicht.

Was wohin gehört: Umschlag und Gewicht kombinieren

Die Adressierung liefert die Koordinaten. Das Slotting entscheidet, wer wohin kommt.

Die ABC-Klassifizierung sagt, wie weit von der Rampe entfernt ein Artikel liegen soll; Gewicht und Sperrigkeit sagen, in welcher Höhe. Sie brauchen beides.

Die ABC-Klassifizierung in drei Zeilen

Klasse A — die Minderheit der Artikel, die für die Mehrheit der Entnahmen sorgt: so nah wie möglich am Versandbereich und in Greifhöhe.

Klasse B — mittlerer Umschlag: zweiter Ring, Ebenen noch mit der Hand erreichbar.

Klasse C — geringer Umschlag: Gassenenden und obere Ebenen. Man nimmt in Kauf, selten und mit Gerät dorthin zu gehen.

Die Matrix mit zwei Eingängen

Kombinieren Sie die Umschlagklasse mit der Gewichts- oder Volumenklasse: das Feld nennt Ihnen unmittelbar den anzustrebenden Lagerplatz.

Umschlag Gewicht / Volumen Anzustrebender Lagerplatz
A Schwer oder sperrig Bodenebene, erste Felder nach der Rampe
A Mittel Mittlere Ebene, bequeme Greifzone
A Leicht und klein Mittlere Ebene, in Kästen oder Durchlaufregal
B Schwer Bodenebene, zweiter Bereich
B oder C Mittel bis leicht Obere Ebenen, Nebengassen
C Ganze Palette Reserve in der Höhe, Aufnahme mit dem Stapler

Einen Schritt weiter: der COI-Index

Sortieren Sie Ihre Artikel nach dem Cube-per-Order-Index: belegtes Volumen geteilt durch die Zahl der Entnahmen. Die niedrigsten Werte — wenig Platzverbrauch, viele Entnahmen — verdienen die besten Plätze. Das ist gerechter als ein reines ABC, das den Platzverbrauch ignoriert: ein Artikel, der häufig bewegt wird, aber drei Fächer belegt, verdient nicht zwangsläufig die erste Reihe.

Die Randbedingungen, die vor der Optimierung kommen

Keine dieser Randbedingungen lässt sich gegen einen Produktivitätsgewinn eintauschen. Klären Sie sie zuerst und optimieren Sie anschließend im Rest.

Produktunverträglichkeiten: Lebensmittel und Chemikalien getrennt, Gefahrstoffe (ADR) in einem eigenen Bereich mit Auffangwanne.

Temperaturführung: Umgebungstemperatur, Kühlung, Tiefkühlung. Hier bestimmt die Zone, nicht der Umschlag.

Verbrauchs- und Mindesthaltbarkeitsdaten: eine FEFO-Entnahme setzt voraus, dass man weiß, welche Charge vorne steht — also Adressierung bis zur Position und nicht nur bis zum Fach.

Wert und Sicherung: sensible Artikel in einen verschlossenen Bereich, unabhängig von ihrer ABC-Klasse.

Stapelverbot oder empfindliche Ladung: die Randbedingung bestimmt die Ebene, die Optimierung kommt danach.

Rettungswege: versperren Sie niemals eine Feuerwehrzufahrt, einen Ausgang oder eine Löschanlagenbedienung, um Lagerplätze zu gewinnen.

Feste oder chaotische Lagerplatzvergabe

Die Frage kommt immer dann, wenn der Plan festgeschrieben werden soll. Hier ist, was Sie zur Entscheidung brauchen.

Die feste Vergabe weist jedem Artikel einen dauerhaften Platz zu. Die chaotische Vergabe lässt das System die Ladeeinheit dort einlagern, wo Platz ist, und merkt sich den Ort.

Fest

Jeder Artikel hat seinen Lagerplatz, immer denselben.

+ Ein Mitarbeiter findet einen Artikel ohne Blick auf den Bildschirm, die Einarbeitung ist sofort möglich, und ein IT-Ausfall stoppt die Kommissionierung nicht.

− Jeder Artikel blockiert seinen Platz auch bei Bestand null: der Füllgrad stößt an eine Grenze, und ein neuer Artikel erzwingt eine Umorganisation.

Chaotisch

Das System vergibt beim Einlagern den passendsten freien Lagerplatz.

+ Das Volumen wird deutlich besser genutzt, ein neuer Artikel passt ohne Umorganisation hinein, und Saisonspitzen federn sich von selbst ab.

− Alles hängt an der Richtigkeit der erfassten Lagerorte: Entnahme aus dem Gedächtnis ist nicht mehr möglich, und eine Bestandsabweichung wird sehr teuer in der Suche.

Die einfache Regel

Beginnen Sie mit fester Vergabe im Kommissionierbereich — was täglich angefasst wird, sollte merkbar bleiben — und gehen Sie in der Reserve chaotisch vor, wo ohnehin das System führt. Wechseln Sie erst dann vollständig auf chaotisch, wenn jede Bewegung tatsächlich im Moment ihres Geschehens erfasst wird und nicht abends aus dem Gedächtnis.

Generator für Lagerplatz-Adressen

Geben Sie Ihre Lagerstruktur ein: der Generator erzeugt das komplette Nummernschema, die Regalvorschau und die Importdatei.

Alles wird in Ihrem Browser berechnet: es werden keine Daten übertragen und nichts gespeichert. Die Benennungsprüfungen aus den Regeln oben werden automatisch angewandt und angezeigt.

Lagerstruktur

2 bis 4 Buchstaben, zum Beispiel KOM für Kommissionierung oder RES für Reserve. Leer lassen, wenn Sie nur eine Zone haben.

Zahl der Ladeeinheiten nebeneinander in einem Fach. Geben Sie 1 ein, wenn Sie nur eine Einheit je Ebene haben.

2 Stellen reichen bis 99 Felder. Gehen Sie nie auf 1 herunter: die Sortierung zerbricht.

„Ungerade links, gerade rechts“ nummeriert beide Fronten der Gasse, wie Hausnummern: die Zahl der Lagerplätze verdoppelt sich, denn eine Gasse bedient tatsächlich zwei Regalfronten. Der Schlangenlauf nummeriert durchlaufend von Gasse zu Gasse und wechselt dabei die Richtung, damit die Sortierung nach Adresse dem tatsächlichen Weg des Kommissionierers folgt.

Benennungsprüfungen

Keine Auffälligkeit in diesem Nummernschema festgestellt.

Ergebnis

480
Erzeugte Lagerplätze
8 Zeichen
Länge einer Adresse
A-01-A-1
Beispieladresse
Feldansicht: Ebenen und PositionenFrontansicht eines Regalfelds mit jeder Ebene und jeder Position, der zugehörigen Adresse und einem ergonomischen Farbcode.DA-02-D-1A-02-D-2A-02-D-3CA-02-C-1A-02-C-2A-02-C-3BA-02-B-1A-02-B-2A-02-B-3AA-02-A-1A-02-A-2A-02-A-3Gasse A · Feld 02
Frontansicht eines Felds — jedes Fach trägt seine vollständige Adresse.
Farbcode: Boden: schwer und sperrig Greifhöhe: hoher Umschlag Höhe: leicht, geringer Umschlag

Vorschau der Liste

Erste Adressen

A-01-A-1
A-01-A-2
A-01-A-3
A-01-B-1
A-01-B-2
A-01-B-3
A-01-C-1
A-01-C-2
A-01-C-3
A-01-D-1
A-01-D-2
A-01-D-3

Letzte Adressen

D-10-C-1
D-10-C-2
D-10-C-3
D-10-D-1
D-10-D-2
D-10-D-3

Liste in der Anzeige gekürzt: der CSV-Export enthält alle Adressen.

Die Datei öffnet sich direkt in Excel oder LibreOffice, und die Spalte Adresse lässt sich unverändert als Lagerplatz in Ihrer Bestandsführung verwenden.

Die 8 Fallen, die eine komplette Neuetikettierung kosten

Alle wurden in der Praxis beobachtet. Keine lässt sich beheben, ohne wieder durch die Gassen zu gehen.

1

Nummerieren ohne führende Null

Die Sortierung zerbricht beim zehnten Feld und die Kommissionierroute wird unsinnig. Es ist die häufigste und teuerste Falle, weil sie erst auffällt, wenn alles etikettiert ist.

2

Umbenennen nach dem Etikettieren

Ein Schema mitten im Betrieb zu ändern bedeutet: alle Etiketten neu drucken, alle Bestände neu zuordnen und wochenlang mit zwei Systemen parallel leben. Schreiben Sie das Format auf einem Blatt fest, lassen Sie es prüfen — und drucken Sie erst dann.

3

Adressen, die vom Inhalt sprechen

„ZONE-SCHRAUBEN“, „REGAL-MEIER“, „PALETTE-AKTION“: sobald der Artikel umgelagert wird oder der Lieferant wechselt, lügt die Adresse. Und eine lügende Adresse ist gefährlicher als eine fehlende.

4

Eine zu tiefe Hierarchie

Sechs oder sieben Segmente für ein Lager mit einer einzigen Zone: das Etikett wird unlesbar, die Eingabe endlos, und niemand diktiert die Adresse am Telefon korrekt. Jedes Segment muss eine Entscheidung auslösen.

5

Ein einziger Fachtyp

Ein Regal, das auf die größte Ladeeinheit ausgelegt ist, lagert für alle anderen Luft ein. Zwei oder drei Fachtypen genügen, um einen erheblichen Teil des bezahlten Volumens zurückzugewinnen.

6

Die Plätze außerhalb des Regals vergessen

Rampe, Klärfälle, Sperrlager, Retouren, Blocklager am Boden, Durchlaufregal: haben sie keine Adresse, verschwindet der dort liegende Bestand aus dem System. Genau dort entstehen die meisten unerklärlichen Bestandsabweichungen. Geben Sie ihnen eine Adresse wie allen anderen: RAMPE-01, KLA-01, SPE-01.

7

Den Transit nicht modellieren

Zwischen Entnahme und Verladung ist die Ware irgendwo. Ohne Transitplatz ist sie entweder schon ausgeliefert oder noch im Bestand — und beides ist falsch.

8

Etiketten, die für die Nahsicht gedacht sind

Ein Fachetikett wird vom Stapler aus mehreren Metern gelesen, manchmal im Gegenlicht. Planen Sie Schriftgröße, Anbringhöhe, Kontrast und einen Barcode, der kurz genug bleibt, um dicht zu sein. Etiketten für obere Ebenen wählt man in der Fernlese-Ausführung.

Die Umsetzung in 7 Schritten

Rechnen Sie mit einem halben Tag Vorbereitung für ein KMU-Lager und einem Tag Etikettieren zu zwei Personen.

  1. Das tatsächliche Layout aufnehmen

    Messen Sie: Anzahl der Gassen, Felder je Gasse, Ebenen, Ladeeinheiten nebeneinander. Notieren Sie die Bereiche außerhalb des Regals und die Randbedingungen (Kühlung, Gefahrstoffe, verschlossener Bereich). Arbeiten Sie nicht mit dem Architektenplan, er passt nie ganz.

    Ergebnis: Eine bemaßte Skizze des Lagers, Zonen inklusive.

  2. Das Format wählen und festschreiben

    Ein Format, eine Seite: Struktur, Trennzeichen, Anzahl der Stellen, ausgeschlossene Buchstaben, Richtung der Nummerierung. Lassen Sie es von der Person prüfen, die täglich kommissioniert, nicht nur von der Leitung.

    Ergebnis: Ein einseitiges Nummerierungsblatt, datiert und freigegeben.

  3. Die Adressen erzeugen

    Nutzen Sie den Generator auf dieser Seite: er wendet die Benennungsregeln an, zeigt Auffälligkeiten und exportiert die vollständige Liste als CSV.

    Ergebnis: Die CSV-Datei aller Lagerplätze.

  4. Das Slotting entscheiden

    Ziehen Sie die Entnahmehistorie über 6 bis 12 Monate, klassifizieren Sie nach ABC, kombinieren Sie mit Gewicht und Sperrigkeit und weisen Sie dann zu. Klären Sie zuerst die nicht verhandelbaren Randbedingungen und optimieren Sie im Rest.

    Ergebnis: Die Zuordnung Artikel / Lagerplatz für den Kommissionierbereich.

  5. Etikettieren

    Fachetiketten mit Adresse in Klarschrift und Barcode, in gleichbleibender Höhe angebracht. Ergänzen Sie weithin sichtbare Gassenkennzeichen am Anfang und am Ende jeder Gasse. Prüfen Sie die Lesbarkeit mit dem Scanner von der tatsächlichen Arbeitsposition aus, nicht vom Büro.

    Ergebnis: Ein etikettiertes Lager, Scannerlesbarkeit stichprobenweise geprüft.

  6. In das Bestandssystem laden

    Importieren Sie die Lagerplatzliste und ordnen Sie anschließend die vorhandenen Bestände zu. Das ist der Moment, in dem sich ein sauberes Format bezahlt: eine einheitliche Liste importiert sich ohne Nachbearbeitung.

    Ergebnis: Die Lagerplätze im System angelegt, Bestände zugeordnet.

  7. Umstellungsinventur und Schulung

    Zählen Sie alles einmal, Lagerplatz für Lagerplatz, um von einer richtigen Basis zu starten. Dann schulen: 30 Minuten genügen, wenn das Schema logisch ist. Der eigentliche Test besteht darin, einen Auftrag von jemandem kommissionieren zu lassen, der nicht am Projekt beteiligt war.

    Ergebnis: Ein richtiger Bestand zum Umstellungstag und ein eigenständiges Team.

Glossar zur Lagerplatz-Adressierung

Die Begriffe, die Ihnen in Angeboten, Normen und Software begegnen — mit ihrer französischen Entsprechung.

Begriff Französisch Definition
Gasse Allée Verkehrsweg zwischen zwei Regalfronten. Benannt wird die Gasse, nicht das Regal.
Feld Travée Regalabschnitt zwischen zwei Ständerrahmen, entlang der Gasse. Die Wegeeinheit des Kommissionierers.
Ebene Niveau Lagerebene innerhalb eines Felds, vom Boden nach oben gezählt.
Fach Alvéole Lagerzelle, begrenzt von zwei Traversen und zwei Ständerrahmen, auf einer bestimmten Ebene.
Traverse Lisse Waagerechter Träger, der die Lasten einer Ebene aufnimmt. Seine Höhe geht in die Fachberechnung ein.
Ständerrahmen Échelle Senkrechtes Bauteil des Regals. Seine kumulierte zulässige Last begrenzt die Gesamtlast über die volle Höhe.
Belastungsschild Plaque de charge Vorgeschriebenes Schild mit der Regalgeometrie und den Höchstlasten je Ebene (EN 15635).
Chaotische Lagerhaltung Adressage banalisé Vergabeverfahren, bei dem das System den passendsten freien Platz wählt, statt jedem Artikel einen festen Platz zuzuweisen.
Slotting Slotting Entscheidung, welche Artikel auf welche Lagerplätze kommen — aus Umschlag, Gewicht, Volumen und Randbedingungen.
FIFO / FEFO FIFO / FEFO First in, first out / first expired, first out. FEFO setzt voraus, dass die Charge je Position bekannt ist.
COI-Index Indice COI Belegtes Volumen geteilt durch die Zahl der Entnahmen. Aufsteigend sortiert benennt er die Artikel, die die besten Plätze verdienen.
Greifzone Zone de préhension Bequemer Höhenbereich zwischen Oberschenkelmitte und Schulter, in den die gefragtesten Artikel gehören.
Stapeln Gerbage Ladeeinheiten übereinander setzen. Manche Ladungen tragen ein Stapelverbot, das ihre Ebene vorgibt.
Durchlaufregal Rack dynamique Rollenregal, in dem die Ladeeinheit durch Schwerkraft nachrückt: FIFO ist mechanisch, die Entnahme erfolgt immer vorne.
Einfahrregal Drive-in Kanalregal, in das der Stapler einfährt. Sehr dicht, aber der Zugriff hinten setzt voraus, das Vordere auszulagern.
Doppeltiefe Lagerung Double profondeur Zwei Ladeeinheiten hintereinander im selben Fach: Platzgewinn gegen einen Zugriff, der von der vorderen Einheit abhängt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Gasse, Feld und Ebene?

Die Gasse ist der Weg, in dem Sie gehen. Das Feld ist der Regalabschnitt zwischen zwei Ständern entlang dieser Gasse. Die Ebene ist die Lagerhöhe, vom Boden nach oben gezählt. Eine Adresse wie A-05-C liest sich also: Gasse A, fünftes Feld, dritte Ebene.

Sollten Ebenen mit Zahlen oder Buchstaben codiert werden?

Mit Buchstaben, beginnend mit A am Boden. Das verhindert jede Verwechslung mit der Feldnummer, die numerisch ist. Wenn Sie Zahlen vorziehen, behalten Sie mindestens ein klares Trennzeichen und überall dieselbe Anzahl von Stellen.

Wie viele Zeichen sollte eine Adresse haben?

Höchstens etwa ein Dutzend. Darüber verlängert sich der Barcode, die Etikettenschrift wird kleiner und das Lesen aus der Entfernung vom Stapler wird zum Glücksspiel. Ein Format mit drei oder vier Segmenten deckt die große Mehrheit der KMU-Lager ab.

Wie adressiert man ein Lager ohne Regale, mit Blocklagerung am Boden?

Teilen Sie den Boden in markierte Zonen und dann in Plätze in der Größe einer Ladeeinheit und nummerieren Sie sie genau wie Felder: BLK-A-01, BLK-A-02. Die Ebene entfällt, alles Übrige der Methode gilt unverändert.

Welches Gewicht darf auf die unterste Ebene?

Die Grenze kommt nicht von der Ebene, sondern vom Regal: das Belastungsschild nennt die zulässige Höchstlast je Ebene und je Ständerrahmen. Für die manuelle Handhabung setzt die französische Norm NF X35-109 15 kg als akzeptablen und 25 kg als maximal zulässigen Wert unter Bedingungen an; das französische Arbeitsgesetzbuch verlangt über 55 kg eine betriebsärztliche Beurteilung. Prüfen Sie die für Ihr Land gültigen Regeln und lassen Sie Ihre Schwellenwerte von Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit bestätigen.

Kann man ein Adressierungsschema ändern, ohne alles zu zerstören?

Ja, aber zonenweise und niemals halb. Behandeln Sie eine vollständige Zone in einem Zug: neue Etiketten, Neuimport der Lagerplätze, Inventur der Zone. Unbedingt vermeiden müssen Sie, dass zwei Schemata wochenlang in derselben Gasse nebeneinander bestehen.

Feste oder chaotische Vergabe für ein KMU?

Fest im Kommissionierbereich, chaotisch in der Reserve. Die feste Vergabe hält die Kommissionierung merkbar und übersteht einen IT-Ausfall; die chaotische verdichtet die Reserve, in der ohnehin das System führt. Vollständig chaotisch setzt voraus, dass jede Bewegung im Moment ihres Geschehens erfasst wird.

Ihre Adressen sind fertig. Und dann?

Die hier erzeugte Datei lässt sich direkt als Lagerplätze in GSE-Web übernehmen, das auch Fachetiketten mit Barcode oder QR-Code drucken kann. Wenn Sie vorher darüber sprechen möchten: das Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Über diese Ressource

Dieser Leitfaden wird veröffentlicht von KLS-Concept, Hersteller von GSE-Web, einer Software zur Bestandsführung für KMU und Berufsschulen. Die beschriebene Methode gilt für jedes Werkzeug, auch für eine einfache Tabellenkalkulation: sie hängt von keiner bestimmten Software ab. Freie Verwendung, auch in der Ausbildung.

Veröffentlicht am 4. September 2026.